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IST VINYL-SOUND ANDEREN AUDIOFORMATEN ÜBERLEGEN?

IST VINYL-SOUND ANDEREN AUDIOFORMATEN ÜBERLEGEN?

Echte Musikfans geben sich beim Hören ihrer Lieblingssongs nur mit dem besten Sound zufrieden. Deshalb gehen sie bei den Komponenten ihrer Anlage auch keine Kompromisse ein. Beim Hi-Fi-Audio geht es jedoch nicht nur um die eingesetzten Lautsprecher, Soundbars und AV-Receiver. Auch das Medienformat spielt eine Rolle - also ob Sie Musik mithilfe der neuesten Apps streamen oder sich lieber auf Ihren guten alten CD-Player verlassen.

Jedes Audioformat hat seine Stärken und Schwächen. Nach Ansicht vieler Vinyl-Fans ist ein Plattenspieler das einzig Wahre, wenn es darum geht, Sound in seiner ganzen Schönheit zu genießen - insbesondere bei älteren Rock-, Folk- und R&B-Songs. Doch ist das wirklich so?

Wo Plattenspieler die Nase vorn haben
Das Comeback der Schallplatte hat einen guten Grund - und zwar nicht nur für Plattensammler, die Flohmärkte nach Mint-LPs der Rolling Stones abgrasen. Beim Vinyl-Revival geht es um Haptik. Es ist einfach schöner, eine Schallplatte in der Hand zu halten, anstatt durch digitale Tracks zu scrollen. Doch das ist noch nicht alles. Das Argument, dass eine Schallplatte so klingt, wie der jeweilige Künstler es beabsichtigt hat, leuchtet ein, denn ein Großteil der Aufnahmen aus den 50er, 60er, 70er und sogar 80er Jahren ist für Vinyl-Formate optimiert.

Die meisten digitalen Medien sind dagegen komprimiert, damit die Dateien auf unterschiedlichen Geräte Platz finden und problemlos in Netzwerken übertragen werden können. Ohne die Audio-Kompressionstechnik würden Streaming-Dienste schlicht und einfach nicht funktionieren.

Bei der Kompression verlieren Audiodateien jedoch etwas an Klangtreue. Dem Hörer werden also Klangdetails vorenthalten, die bei der Aufnahme mühevoll erzeugt wurden. Den Durchschnittshörer stört das nicht groß, doch für ambitionierte Musikliebhaber ist dies ein herber Verlust.

Aber egal, ob analog oder digital - guter Sound steht und fällt mit der Qualität der Aufnahme und den Fähigkeiten des Tontechnikers. Denn Fehler, die im Tonstudio gemacht werden, lassen sich im Nachhinein mit keinem Format mehr ausbügeln.

Warmer Vinyl-Sound versus "Loudness War"
Schallplatten-Fans sprechen oft vom "warmen Sound" ihrer alten LPs. Dabei handelt es sich nicht nur um reine Nostalgie, sondern um ein durchaus reales Klangphänomen. Wie Toningenieur Adam Gonsalves erklärt, wirkt der mittige Sound von Schallplatten angenehmer und wärmer auf unsere Ohren. Dies gilt insbesondere für Alben von Classic-Rock-Ikonen wie den Beatles, Led Zeppelin oder Pink Floyd.

In den 90er Jahren wehrten sich Musik-Label mit Händen und Füßen dagegen, dass die Musik ihrer Künstler in Geschäften gespielt wurde. Denn das bedeutete nicht nur, dass die Songs über die PA-Anlage von Geschäften ertönten - es wurde auch sichergestellt, dass sie von den Kunden wahrgenommen und sämtliche Umgebungsgeräusche übertönt wurden. Dieser so genannte "Loudness War" wütet nun schon seit Jahren, und beim Mastering digitaler Aufnahmen wird die Lautheit heute deutlich höher angesetzt. Dies geht jedoch zulasten der Klangqualität, was beim Vergleich digitaler Songs aus den 2000ern und einer alten LP auch sofort auffällt. Es lässt sich nicht bestreiten, dass Vinyl einfach besser klingt.

Wo digitale Medien punkten

Es gibt jedoch eine Einschränkung: Schallplatten klingen nur unter bestimmten Umständen besser als digitale Medien. Bei neueren Alben, die sowohl als Schallplatte als auch in digitaler Form erscheinen, ist der Qualitätsunterschied in den meisten Fällen sehr gering. Denn die Songs wurden für digitale Formate aufgenommen und produziert und dann auf eine Schallplatte gepresst. Dabei bleibt der überlegene Schallplatten-Sound auf der Strecke.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile digitale Formate, die den Verlust an Klangtreue bei älteren Alben nahezu - wenn nicht sogar ganz - ausgleichen. Dazu gehört beispielsweise FLAC. Und wie Steve Guttenberg auf CNET schrieb, schlagen digitale Format Schallplatten in mehreren Bereichen:

  1. Stereotrennung
  2. Geringere Verzerrung
  3. Grundrauschen
  4. Frequenzgang

Dass digitale Formate in puncto Komfort klar im Vorteil sind, steht außer Frage. Musik von Ihrem Smartphone oder mobilen Gerät zu streamen, ist um Längen einfacher, als eine LP auf den Plattenteller zu legen und sie nach ein paar Songs umzudrehen, um die Titel auf der anderen Seite zu hören.

Allerdings handelt es sich bei der guten alten Schallplatte um ein verlustfreies Format - Sie hören die Musik völlig unverfälscht und mit allen Details. Letztendlich müssen die Hörer selbst entscheiden, was ihnen beim Musikhören am wichtigsten ist.

Wenn es Ihnen darum geht, Classic-Rock-Bands so zu hören, wie es die Künstler beabsichtigten, und tiefer in die Musik einzutauchen, dann sind Schallplatten das Mittel der Wahl. Was die Soundqualität angeht, können digitale Medien mittlerweile jedoch durchaus mit LPs mithalten, und so könnte der Komfort, den das Streamen von MP3s bietet, der ausschlaggebende Faktor für Musikfans sein. Egal, für welches Format Sie sich entscheiden - sehen Sie sich unbedingt die hochwertigen Plattenspieler, Verstärker, Receiver und weiteren Geräte von Denon an, damit Musikhören auch für Sie zum unvergesslichen Sound-Erlebnis wird.